Vitamin D – Wirkung, Mangel & Nebenwirkungen von Cholecalciferol

Vitamin D - Wirkung, Mangel & Nebenwirkungen von Cholecalciferol

Die Wirkung von Vitamin D ist sehr vielfältig, deshalb sollten wir einen Mangel vermeiden. Nebenwirkungen durch die Einnahme von Cholecalciferol sind selten.

 

Inhaltsverzeichnis:

  • Wie produziert der Körper Vitamin D = Cholecalciferol?
  • Vitamin D – Wirkung und Tagesbedarf hängen von verschiedenen Faktoren ab
  • Ein Vitamin-D-Mangel kommt sehr häufig  vor
  • Wie können wir einen Vitamin-D-Mangel vermeiden?
  • Vitamin-D-Wirkung auf den Organismus
  • Vitamin D und seine Wirkung auf unseren Stoffwechsel
  • Die Speicherung des Sonnenvitamins
  • Vitamin-D-Werte ermitteln
  • Vitamin D – Nahrungsmittel verbessern die Versorgung
  • Vitamin D – Nebenwirkungen von Calcitriol
  • Vitamin D – Nebenwirkungen von Cholecalciferol

 

Eigentlich ist das fettlösliche Vitamin D kein Vitamin im ursprünglichen Sinn, denn es handelt sich einerseits um das von unserem Organismus (Leber und Haut) mit Hilfe der UV-Strahlung selber produzierte (synthetisierte) Hormon. Und andererseits kann es in sehr überschaubarem Maße über bestimmte Nahrungsmittel (10 bis 15%) von uns aufgenommen werden.

Nur wenn wir genügend Vitamin D zur Verfügung haben, kann das Sonnenvitamin im Zusammenspiel mit anderen Faktoren seine Wirkung voll entfalten. Damit es zu keinem Vitamin-D-Mangel kommt, ist der Tagesbedarf zu berücksichtigen. Den gesamten Bedarf können wir also entweder durch den Aufenthalt in der Sonne, bestimmte Nahrungsmittel und/oder durch die Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels in Form von Cholecalciferol erreichen.

Die Werte unseres Vitamin-D-Spiegels können über das Blut ermittelt werden. Danach richtet sich die Höhe der Einnahme, damit es nicht zu unerwünschten Nebenwirkungen durch eine zu hohe Dosierung kommt.

 

Wie produziert unser Körper Vitamin D?

Aus dem Grundstoff Cholesterol fängt in unserer Leber der Prozess der Synthese an. Von dort aus wird das als Vorstufe gebildete Provitamin D an ein Protein gebunden, damit der weitere Transport in die Haut über den Blutkreislauf erfolgen kann.

Wird unsere Haut mit UVB-Sonnenlicht bestrahlt, dies ist nur der ultraviolette Teil der Strahlung, entsteht das Cholecalciferol, und ist gleichzeitig die nächste Vorstufe von Vitamin D. Danach folgt der Rücktransport zur Leber, in der dann das 25-Hydroxycholecalciferol (25-OH Vitamin D3) entsteht, das die Basis für unseren Vitamin-D-Stoffwechsel ist.

 

Wenn wir Vitamin-D-haltige Nahrungsmittel aufnehmen…

Es kommt genau zum gleichen Vorgang, wenn die Aufnahme der Vorstufe von Vitamin D in Form von Cholecalciferol über Lebensmittel erfolgt.

Das 25-OH Vitamin D3 gelangt danach wieder in den Blutkreislauf, damit in unseren Zellen, der Niere und weiterer Organe, die aktive Form von Vitamin D, das Calcitriol, entstehen kann.

 

Vitamin D – Wirkung und Tagesbedarf hängen von verschiedenen Faktoren ab

Für die Produktion, die daraus später resultierende Wirkung von Vitamin D und den möglicherweise zusätzlichen Tagesbedarf, spielen verschiedene Punkte eine Rolle:

  • das Alter
  • der jeweilige Hauttyp
  • die Jahreszeit
  • ein aufgetragener Sonnenschutz

Und außerdem müssen wir nun einmal damit leben, dass die körpereigene Bildung von Vitamin D von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein kann.

Fest steht jedoch in jedem Fall, wenn der Körper genug UVB-Strahlung abbekommen hat, dann hört er mit der Produktion an diesem Tag auf und ein längeres Verbleiben in der Sonne bringt zumindest dem Vitamin-D-Spiegel nichts mehr.

 

Ein Vitamin-D-Mangel kommt sehr häufig vor

Nicht nur Studien aus den USA zeigen das Bild einer Unterversorgung mit dem wichtigen Sonnenvitamin auf. Auch Experten in Deutschland gehen davon aus, dass ein großer Teil der Bevölkerung nicht nur unter einem Mangel an Zink leidet, sondern auch unter einem Vitamin-D-Mangel.

Das Berliner Robert-Koch-Institut machte in einer Veröffentlichung deutlich, dass sowohl Männer als auch Frauen durch die bei ihnen ermittelten Werte, einen deutlichen Vitamin-D-Mangel von über 30% aufwiesen.

 

Wie können wir einen Vitamin-D-Mangel vermeiden?

Ab dem Frühjahr können wir viel Sonnenlicht tanken und damit selbst etwas dazu beitragen, damit es nicht zu einem Vitamin-D-Mangel kommt. Erreichen die Sonnenstrahlen in unseren Breitengraden irgendwann ab März in günstigem Winkel die Erde, bekommt unsere Haut einen genügend hohen Anteil UVB-Strahlen, der notwendig für die Produktion ist.

In der warmen Jahreszeit können wir uns also in der Regel selbst gut versorgen. Die Voraussetzung dafür ist, dass wir uns entsprechend viel im Freien aufhalten und dabei mehr von unserer Körperfläche unbedeckt lassen.

Trotzdem kann es durch das Auftragen einer Sonnenschutzcreme zu einem Vitamin-D-Mangel kommen. Wir verhindern damit, dass die nötigen Strahlen unseren Körper zum Produzieren des Hormons animieren.

 

Vitamin-D-Wirkung auf unseren Organismus

Wenn sich unsere Werte im optimalen Bereich befinden, wird eine positive Vitamin-D-Wirkung auf den verschiedensten Ebenen des Körpers diskutiert:

  • beugt Osteoporose vor durch den besonders effektiven Beitrag auf den Knochenstoffwechsel
  • der Knochenschwund wird verlangsamt
  • reduziert Knochenbrüche
  • schützende Wirkung vor Rachitis
  • unterstützt die Kräftigung der Muskeln
  • senkt den Blutdruck
  • schützt die Nervenzellen
  • reduziert das mögliche Risiko für Autoimmunerkrankungen wie Rheumatoide Arthritis, Hashimoto usw.
  • verbesserte Chancen für Herzkranke zu Überleben
  • reduziert das Risiko an bösartigen Tumoren zu erkranken im Bereich Darm und weiblicher Brust
  • mögliche Prävention gegen das Ausbreiten von bösartigen Tumoren
  • reduziert das Risiko von beiden Diabetestypen
  • unterstützt die Produktion von körpereigenen Antibiotika
  • stärkt das angeborene Immunsystem

Ob das Sonnenvitamin zur großen Gruppe der Antioxidantien gezählt werden kann, ist, im Gegensatz zum Vitamin C, ebenfalls noch nicht abschließend geklärt.

Nach Berücksichtigung der letzten wissenschaftlichen Erkenntnisse ist auf jeden Fall davon auszugehen, dass das Vitamin D sehr eng verwandt ist mit den Steroidhormonen. Zu dieser Gruppe zählen sowohl das Östradiol, das Progesteron als auch Testosteron, Aldosteron und auch das Cortison.

 

Vitamin D und seine Wirkung auf unseren Stoffwechsel

Fast jede Zelle unseres Körpers besitzt sogenannte Vitamin-D-Rezeptoren, mit denen das Vitamin reagieren kann, um den Eingriff in den Zellstoffwechsel auf den unterschiedlichen Signalübertragungswegen zu ermöglichen.

Im Gegensatz zum eben beschriebenen sogenannten autokrinen System, steht das endokrine System. Dabei wird das von den Nierenzellen aufgenommene Vitamin D mittels zweiter Hydroxylierung umgewandelt in Calcitriol, wieder in das Blut abgegeben und dem Knochenstoffwechsel und für die Kalziumaufnahme aus dem Darm, zur Verfügung gestellt.

 

Speicherung von Vitamin D

In der wärmeren Jahreszeit kann unser Organismus draußen durch das Sonnenlicht in der Regel genügend Vitamin D produzieren und im günstigen Fall auch noch etwas speichern.

Sind die Depots, die im Fett- und Muskelgewebe zu finden sind, gut gefüllt, kann der Körper davon einige Zeit zehren. Bevor wir zu Cholecalciferol greifen ist es auf jeden Fall besser, zuerst die Vitamin-D-Werte überprüfen zu lassen.

 

Vitamin-D-Werte ermitteln

Die wichtigen Vitamin-D-Werte werden in der Regel beim Erstellen eines Blutbildes im Rahmen der üblichen Vorsorgeuntersuchungen nicht berücksichtigt und zumindest von den gesetzlichen Krankenkassen bis jetzt nicht bezahlt.

Damit unser Organismus mit dem wichtigen Vitamin D oder auch Cholecalciferol versorgt sind, werden die Blutserumwerte nach Angaben des Robert-Koch-Institutes in der Folge so eingeteilt:

  • unter 30 nmol (unter 12 ng/ml) = starker Vitamin-D-Mangel mit erhöhter Gefahr zum Beispiel an Osteoporose oder Osteomalazie zu erkranken
  • von 30 bis 50 nmol/l (12 bis 20 ng/ml) = Vitamin-D-Mangel, der eine Erkrankung folgen kann
  • über 50 nmol/l (über 20 ng/ml) = wird zur Zeit von einem ausreichenden Vitamin-D-Status ausgegangen

Die angegebenen Werte beziehen sich ausschließlich auf die Klassifizierung und das Auswirken auf unsere Knochengesundheit nach den Erkenntnissen des Institute of Medicine (IOM). Die beratenden Wissenschaftler der US-Regierung gehören zum National Institutes of Health, Office of Dietary Supplements.

Vitamin D – Nahrungsmittel verbessern die Versorgung

Nur einen kleinen Teil des fettlöslichen Vitamins nehmen wir über unsere Nahrungsmittel auf, vor allem durch Lebensmittel tierischen Ursprungs, weniger durch Pflanzen. Zu den Nahrungsmitteln mit einem hohen Gehalt pro 100 Gramm an Vitamin D gehören:

  • Lachs mit 16,00 μg (Mikrogramm)
  • Hering 7,80 – 25,00 μg
  • Thunfisch 7,00 μg
  • Eigelb 5,60 μg
  • Makrele 4,00 μg
  • Pfifferlinge 2,10 μg
  • Käse, Milch 2,00 μg
  • Butter 1,20 μg

Wir können unserem Organismus über die entsprechenden Nahrungsmittel nur ungefähr 10% bis maximal 15% der von uns benötigten Menge an Vitamin D zur Verfügung stellen. Wenn wir uns gesund ernähren wollen, müssen wir berücksichtigen, dass fast alle Vitamin-D-reichen Lebensmittel bis auf Pilze, zu den mehr oder weniger starken Säurelieferanten gehören.

 

Vitamin D – Nebenwirkungen von Calcitriol

Nach Prof. Dr. Jörg Spitz treten bei der Einnahme von Vitamin D in Form von Calcitriol in sehr seltenen Fällen Nebenwirkungen auf, die auf eine Überversorgung mit dem Sonnenvitamin zurückzuführen sind.

Es entsteht die sogenannte Kalzinose, bei der es zu Einlagerungen von Kalk in Organen, Haut, Sehnen und weiteren weichen Körpergeweben kommt.

 

Vitamin D – Nebenwirkungen von Cholecalciferol

Durch die zu hohe Zufuhr von Cholecalciferol kann es ebenfalls zu einem erhöhten Kalziumspiegel, der sogenannten Hyperkalzämie, kommen.

Die Nebenwirkungen, die durch das Cholecalciferol dabei entstehen können, sind:

  • Übelkeit
  • Magenbeschwerden
  • Bauchkrämpfe
  • Erbrechen
  • Nierenprobleme
  • Herzrhythmusstörungen

Eine regelmäßige Überwachung der Vitamin-D-Werte ist bei einer zusätzlichen Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels besser in Erwägung zu ziehen.